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Google – das war mal schlicht

Die Google-Homepage im Mai 1999

Google 1999

Vor etlichen Jahren, in der Frühzeit des World Wide Web als man noch Altavista und Yahoo als Suchmaschinen benutzte, wurde ich auf eine neue Suchmschine aufmerksam. Diese begrüsste den Anwender mit einem schlichten weissen Bildschirm und dem Firmenlogo in netten Lego-Farben.

Und wenn man eine Suchanfrage in das Eingabefeld eintippte und dann den Google-Search Knopf betätigte, bekam man innerhalb von Sekundenbruchteilen die Suchergebnisse geliefert. Und diese waren auch noch relevant. Erstaunlich!

Die Seite war auch nicht mit blinkenden und zappelnden Werbebannern überfrachtet, wie man das von der Konkurrenz kannte. Das war noch erstaunlicher! Wie wollte der Laden denn Geld verdienen?

Nun, diese Frage ist mittlerweile geklärt, wer im Internet Werbung machen will, oder auf der eigenen Homepage mit Werbung etwas Geld verdienen will, kommt an Google AdWords und AdSense kaum vorbei. Aber auch hier hat Google angenehm Standards gesetzt. Anzeigen auf Google sind schlicht und passen problemlos in das Gesamtdesign der Suchmaschine. Sie zappeln nicht und blinken nicht. Der Nutzer wir nicht beim Lesen gestört. Außerdem werden nur Anzeigen angezeigt, die zur Suchanfrage passen – zumindest halbwegs.

Das ist alles sehr clever und irgendwie auch im Sinne der Nutzer. Die meisten sehen ein, dass es ein (aus Nutzersicht) kostenloses Web nur werbefinanziert geben kann. Wenn diese Werbung dann unaufdringlich und gezielt daherkommt, ist die Akzeptanz dafür umso höher.

Google Hintergrund von Y.A. Bertrand

Alles so schön bunt hier

Das Stichwort „gezielte Werbung“ bringt mich nun wieder zum Auslöser dieses Blogposts. Seit heute sieht die Google-Startseite etwas anders aus. Deutlich weniger schlicht als bisher. Die Startseite ist vollformatig mit einem bunten Hintergrundbild unterlegt und man tut sich schwer, die Texte auf der Seite zu lesen. Da kommt man sich im ersten Moment vor, als sei man auf Bing gelandet.

Links unten steht dann ein Link, der mit „Anmelden, um Hintergrundbild zu betrachten“ betitelt ist. Danke, daber das ist nicht nötig, ich seh den Hintergrund auch so, ist ja kaum zu übersehen!

In der Mitte ist noch ein weiterer Hinweis angebracht:

Mehr Abwechslung für Ihre Startseite? Fügen Sie jetzt Ihr eigenes Hintergrundbild hinzu

Beide Links führen zum Google-Login. Was soll das? Will man nun die Menschen, die bisher keinen Google-Account haben mit diesen – meiner Meinung nach zwar sehr guten, aber dennoch störenden – Bildern dazu bringen, sich ein Google-Konto anzulegen?

Welchen Sinn hat denn überhaupt ein vollformatiges Hintergrundbild auf der Startseite einer Suchmaschine? So ein Kappes!

UPDATE: Im Google-Blog schreibt Marissa Mayer über diese Aktion, mit der man nicht angemeldete User über diese Funktion informieren wollte. Eigentlich sollte parallel dazu auch ein erklärender Text erscheinen. Das hat man aber wohl verschwitzt. Ob man diesen Text überhaupt hätte lesen können, wäre wohl auch stark vom Hintergrundbild abhängig gewesen.

Weitere Blogbeiträge hierzu:

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2 Kommentare

  1. Hm, ich weiß ja nicht, abba mein Google sieht so aus wie immer. Weiß, schlicht, pragmatisch. Hat Dir da jemand einen Streich gespielt?

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