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Linkbuilding bei kommerziellen Websites

Linkbuilding-Strategien sind das Thema beim aktuellen Webmaster-Friday.

Was ist eine gute Linkbuilding-Strategie? Und hängt diese von der Art der Website ab? Die zweite Frage würde ich mit einem klaren Ja beantworten.

Andreas von blogszene hat das Thema Linkaufbau für Blogs bereits in einem Artikel zum heutigen Thema beleuchtet. Er ist der Meinung, dass es zu Beginn sicher Sinn macht, Linkbuilding für einen neuen Blog zu betreiben. Ein etablierter Blog sollte aber aufgrund von verlinkenswertem Inhalt auch ohne aktiv zu werden Links bekommen.

Wie sieht es aber mit eher kommerziellen Sites aus? Warum sollte ein Webmaster auf eine klar kommerziell ausgerichtete Seite verlinken, wenn nicht für Geld? Das wiederum ist eine heikle Sache, bezahlte Links können zu einer Abstrafung durch Suchmaschinen führen. Aber wie gut erkennt Google denn solche „bezahlten“ Links?

Kurze Analyse der Suchergebnisse zum Keyword „Abnehmen“

Hierzu habe ich mir ein sehr generisches Keyword gesucht, von dem ich annehme, dass es heiß umkämpft ist: „abnehmen“:

Ergebnis der Google Suche nach "Abnehmen"

Google Suche nach „Abnehmen“

Der erste Treffer geht auf „die Abnehm-Seite“ , auf den ersten Blick eine Art Abnehmportal. Auch auf den zweiten Blick bietet das Portal viele Informationen zum Thema Abnehmen und den verschiedenen Methoden dazu. Weiterhin bietet die Seite ein Forum mit derzeit etwas über 40.000 Beiträgen, es gibt also auch eine relativ aktive Community, die regelmäßig frischen relevanten Content liefert. Die Startseite beinhaltet das gesuchte Schlüsselwort abnehmen 60 Mal.

Aber wie sieht es mit externen Links auf die „Abnehm-Seite“ aus? Der Yahoo! Site Explorer kommt auf 21.523 Links, das ist nicht schlecht. Aber woher kommen diese vielen Links? Die erste Stichprobe führt mich auf vitafeel.de, ebenfalls eine sehr keyword-lastige Seite, deren Impressum die gleiche Betreiberin ausweist, wie die Abnehm-Seite. Ein weiterer Link kommt von „Fit Gesund Schön„, einem Netzwerk von Webauftritten zu diesen Stichworten. Dritte Stichprobe: „Gesund Abnehmen 24“ – Wieder die gleiche Betreiberin wie „die Abnehm-Seite“ und „vitafeel.de“.

Von den ersten drei Links sind also 2 von Seiten der gleichen Inhaberin und der dritte stammt aus einem „Partner-Netzwerk“. Die anderen 21.520 Links werde ich nicht genauer betrachten. Es sieht für mich so aus, als würden Links von eigenen Seiten oder Partnern nicht abgewertet, zumindest nicht solange die Themen der untereinander verlinkten Sites nicht völlig unabhängig voneinander sind.

Auf Platz 2 der Suchergebnisse steht abnehmen.com, eine Seite die auf einer weitverbreiteten Forum-Software basiert und ausser dem Forum keine weiteren Inhalte bietet. Allerdings enthält das Forum annähernd 4,5 Millionen Beiträge in über 120.000 Themen. Eine solche Fülle an Informationen, die dazu noch regelmäßig aktualisiert wird, ist für eine Suchmaschine natürlich interessant. Außerdem gibt es auch noch über 200.000 Links, die auf abnehmen.com verlinken. Unter anderem aus dem Footer einer Sportlerseite oder dem Footer einer Seite für Menschen mit Rückenleiden. In beiden Fällen ist der Domainname auch der verlinkte Text, was wiederum zeigt wie wichtig generische Domainnamen sein können.

Platz 3 wird von abnehmen.net belegt, ein Auftritt, der ein der „Abnehm-Seite“ angelehntes Konzept verfolgt: Eine Portal-Seite zu den Themen „Abnehmen“ und „Diät“ in Verbindung mit einer Online-Community in Form eines Forums. Betrieben wir abnehmen.net von der ECONA-Gruppe, einer Firmengruppe, die „Websites in den Bereichen Media und e-Commerce“ betreibt.

Die erste Seite, die nicht durch AdSense und / oder Affiliate-Links finanziert wird, ist das Nestlé-Ernährungsstudio auf Platz 4. Die ersten drei Stichproben von verlinkenden Sites sind hier im Gegensatz zu den ersten drei Google-Treffern alles private Seiten, deren Betreiber den Content des Nestlé-Ernährungsstudios als verlinkenswert erachteten. Das Nestlé-Portal dient zwar klar der Bewerbung von Nestlé Produkten und verlinkt auch entsprechend häufig auf die entsprechenden Marken-Websites, es liefert aber auch genügend qualitativen Content, dass Menschen frewillig auf das Protal verlinken. Mit dem „Ernährungsstudio“ schlägt Nestlé zwei Fliegen mit einer Klappe: Man betreibt Linkbuilding für die eigenen Markenauftritte und präsentiert sich als Kompetenz zum Thema Ernährung.

Die Weight Watchers erscheinen auf Platz 5, obwohl der Begriff „abnehmen“ auf deren Startseite überhaupt nicht vorkommt und auch in Links auf die Seite überwiegend der Anchor Text „Weight Watchers“ verwendet wird. Vielleicht liegt es daran, dass die WW-Seite einen hohen TrustRank hat. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass die WeightWatchers-Seite als Autorität zum Thema Abnehmen gilt.

Linkbuilding durch Verwendung fremden Contents

Hotel Pennsylvania

Eingang des Hotel Pennsylvania an der 7th Avenue

Kürzlich erhielt ich eine eMail von einer Dame namens Fiona, die ich schon fast als Spam in den entsprechenden Ordner einsortiert hätte. Dann wurde ich aber doch neugierig und es stellt sich heraus, dass man auf Flickr ein Bild von mir gefunden hat, welches sich zur Ilustration eines Artikels über das Hotel Pennsylvania in Manhattan eignete. Diese Bild habe ich auf Flickr unter der Creative Commons Lizenz eingestellt, und damit eine Weitergabe für nicht-kommerzielle Zwecke unter der Bedingung, dass bei Veröffentlichung mein Name genannt wird, erlaubt. Fiona kontaktierte mich, um mein Einverständnis für die Veröffentlichung des Fotos auf dem Schmap New York Guide einzuholen. Das Risiko, das sie dabei einging war gering. Ich hätte die Veröffentlichung ablehnen können, und sie hätte eben ein anderes Foto des Hotels suchen müssen. Da ich der Veröffentlichung zugestimmt habe, ist die Gefahr einer negativen Stimmungsmache im Internet wegen Contentklaus gebannt. Ausserdem besteht berechtigte Hoffnung, dass ich auch auf den Schmap Guide oder den Eintrag mit meinem Foto verlinke, was ich hiermit auch getan habe.

Linkaufbau durch PR

Über den Wert von klassischen PR-Massnahmen wie Press Releases kann man sich streiten. Die meisten Journalisten informieren sich heute aus anderen Quellen als offiziellen Firmen-PR Kanälen. Dennoch bieten Presseveröffentlichungen eine Möglichkeit zum Linkbuilding, da sie auf diversen Presseportalen verteilt werden. In solchen Press Releases sollte man darauf achten, dass die relevanten Keywords in der URL auftauchen, da es oftmals nicht möglich ist, mit einem Anchor Text zu arbeiten.

So ein Linkaufbau funktioniert vor allem dann gut, wenn ein die eigene(n) Marke(n) betreffendes Thema „hochkocht“. Das kann im günstigsten Fall positiv sein, wird aber auch oft nicht sehr vorteilhaft sein, wie z.B. das Social Media Disaster von Nestlé. Die Reaktionen seitens Nestlé auf Facebook wurden bereits ausreichend zerpflückt. Klar ist, dass die Reaktionen des Unternehmens auf der Facebook-Fanpage teilweise unangebracht waren und die Diskussion nur noch mehr angestachelt und in die für Nestlé falsche Richtung gedreht haben. Einige kritisierten auch den Schritt des Konzerns, eine Pressemeldung auf der Unternehmensseite zu veröffentlichen, wo doch die Diskussion auf Social Networking Plattformen stattfindet.

Ein solches Pressestatement halte ich dennoch für richtig und wichtig. Besser wäre aber eine permanente, nach SEO-Gesichtspunkten optimierte Seite, die über die konkreten Pläne Nestlés zum Umgang mit der Problematik informiert und idealerweise auch Fortschritte dokumentiert.Den Link zu dieser Seite, die auch Keywords wie Nestle, Kitkat, Palmöl und evtl. Regenwald in der URL haben sollte, streut man dann über die richtigen Kanäle möglichst breit und hat so die Chance bei zukünftigen Suchanfragen entsprechend gut zu ranken.

Das Ganze macht natürlich nur Sinn, wenn das Unternehmen den Worten auch Taten folgen lässt, und sich auch an die eigenen Versprechen hält.

Irgendwie hätte dieser letzte Abschnitt auch zum Thema der letzten Woche gepasst, als es um die Frage ging „wohin das Social Web treibt„. Aber hätte es in diesem Fall nicht sogar eher heißen müssen „Treibt das Social Web die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen (CSR) vor sich her“?

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3 Kommentare

  1. Pingback: Linkbuilding-Strategie für kleine Websites und Blogs | tagSeoBlog

  2. Die Idee mit dem Einbinden von fremden Content finde ich clever. Aufwändig, aber clever. Lob an das Hotel – auch wenn die Mitarbeiter diesen Blog wahrscheinlich nicht lesen 😉

  3. Hallo Sebastian,

    Die Anfrage wegen der Einbindung des Fotos kam vom „Schmap New York Guide“, nicht vom Hotel. Dennoch, es ist zugegeben eine clevere Idee.

    Frank

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