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TMV 1. Tag (Wissembourg – Oberbronn)

Die TMV – Über die Vogesen mit dem Mountainbike

TMV steht für Traversée Massif Vosgien à VTT-  In etwa das Äquivalent zum Mountainbikeweg Schwarzwald des Schwarzwaldvereins.

TMV Beschilderung

Symbol der TMV

Auf dem TMV von Wissembourg ins Vallée de la Bruche stand nun bereits zum dritten mal im Programm des DAV Offenburg. In den beiden vorangegangen Jahren wollte das Wetter einfach nicht mitspielen und der Termin im Herbst ließ kaum Spielraum nach hinten. Daher habe ich die Tour dieses Jahr auf Pfingsten gelegt. Und siehe da: an Pfingsten tat sich ein drei Tage langes Schönwetter-Fenster auf.

Der lange Winter hatte allerdings zur Folge, dass keiner der Teilnehmer in dieser Saison längere Touren vorher unternommen hatte. Die längste Etappe mit geplanten 87km und knapp 1.300 Höhenmetern sollte dennoch keine größeren Probleme darstellen, schließlich ist die TMV ja für Fahrräder ausgelegt. Wir erwarteten also überwiegend geschotterte Forstautobahnen, gerade richtig für Radler im Alter zwischen fast vierzig und knapp über siebzig.

Wissembourg Bahnhof

Am Bahnhof Wissembourg

Anreise zum Startpunkt der TMV

Wissembourg – am  Rand der Nordvogesen gelegen – lässt sich mit einem DB-Ticket, z.B. dem Wochenend-Ticket für bis zu 5 Personen, über Winden i.d. Pfalz erreichen. Wir sind ab Offenburg über Karlsruhe und Winden angereist. Das hat auch nicht länger gedauert als über Straßburg, war aber am Wochenende deutlich günstiger.

1. Etappe: Wissembourg – Oberbronn

Die ersten TMV-Schilder stehen bereits am Bahnhofsvorplatz von Wissembourg und leiten den Radwanderer durch die durchaus sehenswerte Innenstadt. Bedingt durch den Markt hatten wir hier auch schon unsere erste Schiebepassage zu bewältigen.

Im Wald kurz nach Wissembourg

Waldstück kurz nach Wissembourg

Nach Wissembourg führt der TMV zunächst ein Stückchen über eine Landstraße. Circa sieben Kilometer nach dem Start verlässt man diese und biegt nach links auf einen Forstweg ein. Ab hier wird es bis Gimbelhof bei der Ruine Fleckenstein recht einsam. Wie erwartet weist die Strecke keine besonderen Schwierigkeiten auf. Allerdings sind die Wege aufgrund des tagelangen Regens stark aufgeweicht und die Anstiege daher doch anstrengender als erwartet. Wenn man bei Gimbelhof aus dem Wald kommt hat man einen überraschenden Blick auf die Ruine Fleckenstein, die einzige touristisch aufbereitete der vielen Burgen in der Gegend.

Moderne Brücke

Noch wird gelacht

Auf der Abfahrt von der Ruine Fleckenstein zeigt sich zum ersten Mal, dass die Theorie der „geschotterten Forstautobahnen“ doch nur eine Theorie ist. Es ist nicht gerade ein kniffliger Singletrail, aber der Schwierigkeitsgrad S1 trifft schon zu.

Zwischen Fleckenstein und Obersteinbach verlässt der TMV den Wald nicht. Die Abfahrt vom Chateau Wasigenstein nach Obersteinbach ist ähnlich „rustikal“ wie die von der Ruine Fleckenstein. Nach einem Tankstopp an einem Brunnen in Obersteinbach geht es weiter auf und ab durch die Wälder nach Jaegerthal. Obwohl die Strecke permanent ziemlich ohne Aussicht durch den Wald führt wird es dennoch nicht langweilig. Die Beinmuskeln müssen aber so langsam den vielen Anstiegen ihren Tribut zollen. Der Sand, welcher in den nördlichen Vogesen einen wesentlichen Anteil am Bodenbelag hat, ist auch in durchnässter Form nicht gerade leicht zu fahren.

Pause

Nun nicht mehr

Im Biergarten des Hôtel du Jaegerthal füllten wir nochmals etwas Flüssigkeit nach. Nebenher hat uns der Wirt noch etwas über die Geschichte von Jaegerthal erzählt. Der Mann war ein wandelndes Lexikon, die wesentlichen Jahreszahlen in der Geschichte der Familie de Dietrich hatte  er alle parat.

Das letzte Teilstück des ersten Tages führte uns dann noch ein Stückchen nach Niederbronn-les-Bains hinein und von dort über einen letzten, teilweise ordentlich steilen, Anstieg nach Oberbronn. Hier hatte ich eine Übernachtung im Matratzenlager des örtlichen Campingplatzes gebucht – dachte ich. Aber an der Rezeption teilte man mir mit, dass ich ja für letzte Woche gebucht hätte und dieses Wochenende bereits alles voll wäre. Da ich telefonisch gebucht hatte, erübrigte sich eine Diskussion darüber, wer sich nun geirrt hat. Besonders hilfsbereit bei der Suche nach Alternativen zeigte sich die Dame auch nicht.

Kurz vor Obersteinbach

Kurz vor Obersteinbach

Übernachtung im Kloster Oberbronn

Da in Oberbronn ausser dem Campingplatz keine Übernachtungsmöglichkeiten existieren, hätten wir zurück nach Niederbronn-les-Bains fahren müssen, um dort eine Unterkunft zu suchen. Dies hätte auch eine Verlängerung unserer – sowieso schon langen – zweiten Etappe zur Folge gehabt. In unserer Verzweiflung klopften wir dann im Kloster der Schwestern vom Göttlichen Erlöser an, in der Hoffnung hier ein Bleibe für die Nacht zu bekommen. Die Schwestern empfahlen uns zwar auch zuerst ein Hotel in Niederbronn, zeigten dann aber Verständnis für unsere Lage und stellten uns eine recht komfortable kleine Wohnung zur Verfügung. An dieser Stelle noch einmal einen ganz herzlichen Dank für die Unterkunft im Kloster Oberbronn.

Tankstelle in Obersteinbach

Nachtanken in Obersteinbach

Den Abend verbrachten wir im gemütlichen Restaurant au Cerf bei lecker Essen und dem Champions League Finalspiel zwischen Inter Mailand und Bayern München.

Oberbronn

Restaurant au Cerf

Klosterzelle

Unsere Klosterzelle

Klosterinnenhof

Kloster Oberbronn

Technische Daten

  • Gefahrene Strecke: 59km
  • Anstiege: 1.200hm

Höhenprofil
GPX-Datei 1. Etappe des TMV: Wissembourg – Oberbronn

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5 Kommentare

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  3. hallo,
    der tourguide zum tmv ist wohl nicht mehr käuflich zu erwerben bzw. wird gar nicht mehr aufgelegt. gps haben wir leider nicht. hat irgendeiner noch eine alte ausgabe, die er mir verkaufen möchte?
    vielen lieben dank,
    gruß birgit

  4. Hallo, danke für die Blogbeiträge – sie haben uns super bei der Planung der Etappen geholfen. Wirklich eine super Tour. Vor allem der Trailanteil… sehr sehr schön.

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