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Zahnpasta im Kampf gegen Zahnfleischbluten

Vorsicht! In diesem Artikel kommt viel Blut vor!

Du suchst den TV-Werbespot? Hier geht’s zur aktuellen Parodontax Werbung.

I believe in Advertising hat mich mal wieder auf eine interessante Werbekampagne aufmerksam gemacht, diesmal für meine bevorzugte Zahnpasta. Unter dem Motto „Don’t let gums bleed to death“, auf Deutsch „Lass (Dein) Zahnfleisch nicht verbluten“, hat die Werbeagentur Grey in Rumänien eine Printwerbekampagne für Parodontax erstellt, die das Thema blutendes Zahnfleisch sehr drastisch darstellt. Die Protagonisten der Kampagne sind Figuren, deren Kopf als Zahn und deren Körper als Zahnfleisch dargestellt sind. Parodontax ist eine Zahnpasta speziell gegen Parodontitis.

Zahnpasta

Zahnpasta

Notfallpatient Zahnfleisch

Zahn verblutet im Notfall-OP

Not-OP am Zahnfleisch

Auf dem Operationstisch liegt ein Zahn mit stark blutendem Zahnfleisch, der für die Narkose zuständige Zahn steht mit ratloser Geste schwitzend dahinter. Der assistierende Zahn wirkt reichlich verzweifelt, während der Operations-Zahn mit blutendem Kittel und Skalpell in der Hand weg vom Patienten in die Ferne zu sehen scheint. Das EKG-Gerät dahinter zeigt  nur noch eine Nulllinie an.

Zähne spenden Blut

Weniger spektakulär und blutig ist das zweite Motiv, das einen Zahn bei der Blutspende zeigt. Der Spender ist offensichtlich bei guter Gesundheit, sein Zahnfleisch ist gesund und stark. Vor dem Raum stehen weitere Zähne in der Warteschlange.

Zähne im Krieg

Im dritten Plakat befinden sich die Zähne im Krieg. Zu sehen ist eine Szene die an Bilder aus dem Ersten Weltkrieg erinnert. Ein – wiederum stark blutender – Zahn wird auf einer Trage durch die Schützengräben getragen. Dekoriert wird das ganze von einem abgestürzten Doppeldecker und einem herumliegenden MG.

Gute Illustration – und die Messätsch?

Die Bilder sind sehr gut illustriert, aber kommt die eigentliche Werbebotschaft „Parodontax hilft gegen Zahnfleischbluten“ auch rüber? Meiner Meinung nach nicht so richtig. Ok, dass die Zähne ohne Zahnfleisch keine große Überlebenschance haben, wird klar. Aber was hat die Zahnpasta damit zu tun? Die Zähne helfen sich auf den Bildern gegenseitig – oder versuchen es zumindest.

Während die ersten beiden Motive immerhin etwas medizinisches zum Thema haben, fehlt mir bei der Kriegsszene der Bezug zum Thema komplett. Wobei – wenn ich mich daran erinnere wie ich das erste Mal eine Tube Parodontax mit nach Hause gebracht habe (Anm. für die, die’s nicht wissen: Ich arbeite für den Hersteller), das hat durchaus für Konfliktpotenzial gesorgt. Es floss zwar kein Blut, aber man hat mich immerhin eines Attentatsversuchs verdächtigt. Der Dialog lief ungefähr so ab:

A: Was hast Du denn da als Zahnpasta getarnt in den Allibert gestellt?
Ich: Zahnpasta
A: Hat die das Verfallsdatum überschritten?
Ich: Nein
A: Die schmeckt aber eklig!
Ich: Dann lass sie da stehen, ist ja auch meine!

Das waren Zeiten! Da hatte ich meine Zahnpasta noch für mich alleine.

Und heute? Gibt’s Ärger, wenn ich die einzige vorhandene Tube mitnehme, wenn ich mal ein, zwei Nächte weg bin…

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9 Kommentare

  1. Anm.: *Du hast beim zweiten Part, „Zähne spenden Blut“ das erste Bild wiederholt verlinkt*

    Ich finde, dass die Message beim ersten und selbst beim dritten Bild gut rüber kommt. Keine Hilfe für Blutende Patienten/Opfer ohne professionelle Hilfe seits Paradontax. Die Zähne können sich in beiden Fällen nicht selbst helfen.

    Finde die Illustrationen sehr gut gelungen.

  2. @LeXuS: Danke für den Hinweis, hab’s korrigiert.

    Was die Motive angeht, sehe ich schon, es gibt Interpretationsspielraum. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann siehst Du die Botschaft quasi als: „Wenn man die Zähne sich alleine überlässt, sind sie verloren“. Auch interessant.

    Aber das zweite Motiv passt dann immer noch nicht ins Schema.

  3. Beim zweiten Motiv, ist es auch möglich, dass der Zahn, wegen der Blutverluste, eine Bluttransfusion bekommt.
    War schon länger nicht zur Blutspende, aber es ist nicht eindeutig zu erkennen, ob der Zahn spendet oder empfängt.

    Es gibt in der Tat viele Interpretationsmöglichkeiten, ich kann für mich persönlich alle drei Szenen mit dem Produkt in Verbindung bringen.
    Man hat quasi in allen Fällen die Wahl zwischen Blutverlust (in welcher Form oder Situation auch immer) und Parodontax (sry für den Tippfehler im ersten Kommentar).

  4. Das Bild heißt „Blood-Donor.jpg“. Außerdem werden Blutkonserven meistens in unentspannten, sprich Notsituationen verabreicht. (Im Gegensatz zum Bild)
    Da wird ganz sicher Blut gespendet.
    Ich weiß allerdings nicht, ob man sich an diese Zahncreme unbedingt gewöhnen muss. 😉

  5. Von mir aus. 🙂
    Ich komm auch mit herkömmlicher Zahnpasta ganz gut klar.

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