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Der Knochenmann (DVD)

Jetzt ist schon wieder was passiert

DVD-Cover von Der KnochenmannNach, „Komm süßer Tod“ (2000) und „Silentium“ (2004) gibt es jetzt auch „Der Knochenmann“ (2009) auf DVD. Wer schon mal einen „Brenner“ gelesen hat, weiß um die geniale Besetzung der Rolle durch Josef Hader.
Der Knochenmann hält sich, wie bereits die Vorgängerfilme nicht wörtlich an die Romanvorlage von Wolf Haas. Laut Vorspann hat Wolf Haas aber am Drehbuch mitgearbeitet.

Josef Bierbichler (als Künstlername zu unrealistisch, also muss der Name echt sein, dann möchte ich aber nicht wissen, wie die Vorfahren zu diesem Namen gekommen sind) als Löschenkohl ist der ideale Gegenspieler für Hader alias Brenner.

„Mir san ka Gasthaus, mir san a Wirtshaus!“

Gleich bei ihrem ersten Aufeinandertreffen kommt es an der Theke des Lokals, dem Löschenkohl, zu einem Dialog, der das Zeug zum Klassiker hat.

Löschenkohl: „So, Kaffee is jetz aus! Die Maschin’ spinnd!“
Brenner:“…klein’s Bier“
Löschenkohl: „Mir ham no ganet auf! (im Hintergrund ist ein vollbesetzter Tisch zu sehen an dem Leute essen)
Brenner(schaut demonstrativ zum besetzten Tisch):  „Echt?“
Löschenkohl: „Echt!“
Brenner: „Bei Iana is der Gast no so richtig Kenig, oder?“
Löschenkohl: „Mir san ka Gasthaus, mir san a Wirtshaus!“

Ich selbst bin kein großer Fan von nacherzählten Filmen in sogenannten Rezensionen im Internet. Wenn ich ehrlich bin hasse ich sie sogar regelrecht. Da hätte so mancher mal besser aufgepasst, als Inhaltsangabe in Deutsch dran war. Drum fass‘ ich mich kurz.

Nur soviel sei verraten:
Auch heuer ist wieder was passiert. Brenner kommt eher zufällig in die Provinz zum Löschenkohl, einer Händelbraterei. Kaum angekommen, schlittert er in einen Fall, in dem möchtegern große Kleinkriminelle, Zuhälter, Zwangsprostituierte und ein kleiner Finger verflochten sind. Ein Krimi eben. Und da stirbt halt wer.

Wer nicht hören will/kann muss lesen

Der Film ist wirklich sehenswert und dank der Untertiteloption auf Knopfdruck auch für Nichtösterreicher und vielleicht sogar für Norddeutsche verständlich. Mit Untertiteln verliert der Film aber deutlich an Atmosphäre, weshalb man wirklich nur im Notfall lesen statt hören sollte.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch einmal betonen, dass die Brennerromane eine wirklich außergewöhnliche Lektüre sind.  Möglicherweise reibt sich wer an der eigentümlichen Schreibweise des Herrn Haas. Wer aber einmal „drin“ ist kommt nur schwer wieder „raus“. Man muss sie nicht zwingend in der Reihenfolge lesen, obschon auch Brenner eine eigene Geschichte hat. Leider ist der erste Brenner „Auferstehung der Toten“ nicht der Beste aber dennoch gut.

Zu den Höhepunkten (Roman, nicht Film) zähle ich „Silentium“,  und  „Komm, süßer Tod“.

Eine gewisse Affinität zur österreichischen Sprache sollte man aber schon haben.

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