Artikelformat

Einfluss von Offline-Medien auf den Webtraffic

Dem ein oder anderen ist ja bekannt, dass ich mich auch gelegentlich um Stefan Krastels Blog kümmere. Nun war Stefan in den letzten paar Tagen Gast in zwei Fernsehsendungen,  im „Nachtcafé“ des SWR und bei „Beckmann“ in der ARD, sowie im SWR1 Radio in der Sendung „Leute„. Gespannt war ich hierbei auf die Auswirkungen auf die Website-Statistiken.

Zugriffsstatistik für www.stefankrastel.de

Zugriffe auf den Blog von Stefan Krastel

Die Sprechblasen unterhalb der Kurve markieren die Tage der jeweiligen Sendungen in folgender Reihenfolge:

  1. SWR Nachtcafé – 22.01.10 um 22:00
  2. SWR1 Leute – 26.01.10 zwischen 10:00 und 12:00
  3. ARD Beckmann – 01.02.10 um 23:00

Der Besucheranstieg durch die Radiosendung ist schon ziemlich auffällig. Wohingegen sich die Auswirkungen der Sendungen „Nachtcafé“ und „Beckmann“ nicht so eklatant unterscheiden.

Woran liegt das? Ticken Fernseh- und Radiopublikum so unterschiedlich? Liegt es daran, dass in einer Sendung wie SWR1 Leute der Fokus auf einem Gast liegt? Dass dieser sein Anliegen besser rüberbringen kann? Vielleicht ist die Ursache auch die Nennung der Blog-Adresse während der Radiosendung. Oder schlichtweg daran, dass auf der Webseite zu SWR1 Leute ein Link auf Stefans Blog gesetzt wurde?

Betrachten wir einmal die Zusammensetzung der Zugriffsquellen in den drei Tagen 26.01 bis 28.01.

  • Ungefähr 45% der Besucher sind direkt auf den Blog gekommen, haben also vermutlich die Adresse in Ihren Browser eingetippt oder haben sie in den Favoriten abgespeichert.
  • Über die Google-Suche kamen 30,5% der Besucher. Nahezu ausschliesslich über die Suche nach dem Namen „Stefan Krastel“, wenn auch nicht immer korrekt geschrieben.
  • Der Webauftritt des SWR hat 11,5% der Zugriffe vermittelt.
  • Der Rest verteilt sich auf kleinere Suchmaschinen, Webauftritte von Zeitungen,  Blogs, etc.

Vom 01.02. bis zum 03.02. (Beckmann) sah es etwas anders aus:

Die Diskrepanz kann also nicht nur daher kommen, dass auf der Webseite von SWR1 Leute ein Link auf Stefans Blog gesetzt wurde, da diese Zugriffe mit 11,5% deutlich weniger sind als der Unterschied in den gesamten Besucherzahlen in den ausgewählten Zeiträumen. Eine Ursache ist sicherlich die explizite Erwähnung der Blog-Adresse, was im Fernsehen nicht der Fall war. Aber der Anteil derer die einfach in Google nach Stefan Krastel gesucht haben blieb ziemlich konstant.

Auch die unterschiedlichen Sendezeiten dürften wohl eine Rolle spielen. Viele der Radiohörer haben in der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr morgens Zugriff auf das Internet – am Arbeitsplatz oder zu Hause – und informieren sich parallel zur Sendung gleich noch etwas genauer, während der PC während der Late-Night Talksendung vielleicht eher schon ausgeschaltet ist.

Manch einer hat vielleicht den SWR1-Beitrag im Auto gehört, konnte aber den Rest der Sendung nicht verfolgen, da er am Zielort angekommen ist und hat sich hinterher im Internet informiert.

Die Details werden Spekulation bleiben, ich jedenfalls fand die Verbindung des Mediums Radio, dem ersten elektronischen Massenmedium, mit einer Webseite recht interessant.

Ähnliche Beiträge:

2 Kommentare

  1. Ein anderer Aspekt könnte sein, daß in einer Radiosendung die Informationswahrnehmung ausschließlich akustisch stattfindet. Somit dürfte auch deutlich mehr Information hängen bleiben und zu „Nachforschungen“ anregen.
    Bei Beckmann waren außerdem noch ein Haufen andere Leute. U.a. S. Rethel die nur zur Eigenwerbung da war. Ich könnte mir vorstellen, daß manch einer allein dadurch die ganze Sendung eher negativ bewertet und somit auch nur wenig Interesse für die Anliegen der anderen Gäste hat.
    Radio mit Internet ist in der Tat eine gute Mischung, weil ich die Höhe der Informationsdosis selber bestimmen darf. Und weghören bei uninteressanten Themen geht allemal einfacher als wegschauen.

  2. Auch interessant. Dass Informationsübermittlung über mehrere Kanäle, also z.B. optisch und akustisch, nicht unbedingt förderlich ist, kennt man ja von dem ein oder anderen Vortrag unter Verwendung von Powerpoint.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.