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Keyword not provided in Google Analytics

Keyword not definedBei Website-Besuchern, die von Suchmaschinen kommen, wird normalerweise auch der Suchbegriff im Referrer mit übermittelt und lässt sich daher auch in der Webanalyse-Software auswerten. Allerdings lässt sich schon seit einiger Zeit auch in den Webstatistiken deutscher Websites ein Trend hin zum Keyword „not provided“ (in Google Analytics), bzw. „Keyword not defined“ (in Piwik) erkennen. Gerade im Bereich Online-Marketing gab es darüber schon einige aufgeregte Tweets, Google+-Beiträge und Blog-Posts. Man könne dem Besucher nicht das optimale Surferlebnis bieten, wenn man nicht weiß, mit welchem Suchbegriff er auf die Webseite gefunden hat. Konversionsraten auf Keywordebene lassen sich auch nicht mehr erstellen. Ja, es ist für Website Betreiber tatsächlich von Nachteil, die Suchbegriffe die auf die Website geführt haben nicht zu kennen. Aber warum und unter welchen Umständen „verschluckt“ Google die Keywords?

Hintergrund

Die Anfragen, die man in den „Suchschlitz“ bei Google eingibt können oftmals einiges über den Suchenden verraten. Wenn man z.B. nach einer Bombenbauanleitung sucht, könnte das unter Umständen auch ein paar besonders neugierige Menschen interessieren. Diese vermeintliche Indiskretion seitens Google hat sogar schon zu einer Beschwerde bei der amerikanischen Handelskommission FTC geführt. Um zu vermeiden, dass die Kommunikation zwischen dem eigenen Browser und Google mitgelesen werden kann, bietet Google seit einiger Zeit an, dass man die Suche über eine verschlüsselte Verbindung benutzt. Hierzu muss man lediglich sicherstellen, dass man die Google-Suche mit dem https Protokoll benutzt, also beispielsweise https://www.google.de aufruft, was seit einiger Zeit funktioniert. Wenn man sich nun die Webanalyse einer Site anschaut, die normalerweise über eine ganz normale unverschlüsselte Verbindung genutzt wird, dann darf man sich wundern, wie es überhaupt dazu kommt, dass dieses Keyword in der Statistik auftaucht. Nach RFC 2616, welche Version 1.1 des HTTP definiert, sollte vom Browser kein Referrer übermittelt werden, wenn der Benutzer von einer verschlüsselten Seite per Klick auf eine unverschlüsselte Seite wechselt:

Clients SHOULD NOT include a Referer header field in a (non-secure) HTTP request if the referring page was transferred with a secure protocol.

Das bedeutet dass das Analyse-Tool eigentlich noch nicht einmal wissen dürfte, dass dieser Besucher von Google kommt, weil der Browser keine Referer-Information übermitteln sollte. Scheinbar hat Google aber schon ein Interesse daran, uns Webmaster darüber zu informieren, dass dieser Besucher von der Google-Suche vermittelt wurde. Das geschieht, in dem der Request aus der – verschlüsselten – Suchergebnisseite zunächst auf eine unverschlüsselte Adresse geleitet wird, die keine Information über den Suchbegriff mehr enthält. Diese führt dann eine Weiterleitung an die Zieladresse durch, wobei die Adresse eben dieser unverschlüsselten Zwischenseite als Referer übermittelt wird. Damit weiß man als Webmaster also immerhin noch dass der Benutzer von Google kam, aber nicht mehr nach was er dort gesucht hat.

Folgen

Je nach der Thematik der eigenen Website kann das bedeuten, dass ein großer Prozentsatz der von Google kommenden Besucher keinen Suchbegriff mehr übermitteln. Auf einem englischsprachigen Blog der ausschließlich Web- und Technikthemen behandelt kann der Anteil schon mal bei 30% und mehr liegen. Hier auf FrankOli.de liegen wir bei 8,2% und selbst technikfremde europäische Websites kommen auf 2-3%, Tendenz steigend.

Je nach Website liegt man also noch locker in dem von Matt Cutts im Oktober 2011 erwähnten Bereich von maximal 10% und auf alle Google Suchanfragen bezogen dürfte das auch weiterhin stimmen. Aber wie wird sich die zwangsweise Anlage eines Google+ (und eines GMail-)Accounts darauf auswirken? Das wird noch interessant.

Der Bericht „Suchanfragen“ in den Google Webmaster Tools wird dadurch natürlich umso wichtiger. Diese stehen aber immer nur für ca. die letzten 35 Tage zur Verfügung. Daher kann es Sinn machen, diese regelmäßig per Script herunterzuladen. Eine Java-Version des Downloaders ist ebenfalls verfügbar.

 

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11 Kommentare

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