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Genialer Coup von TITANIC

Pünktlich zu Ostern hat das Satiremagazin TITANIC, welches immer wieder durch interessante Titelseiten aufgefallen ist,  ein offensichtlich nicht unumstrittenes Titelbild veröffentlicht. Auf dem Titelblatt ist ein kirchlicher Würdenträger zu sehen, welcher sexuelle Handlungen an einem Kruzifix vornimmt. Der Titel dazu lautet „Kirche heute“. Es handelt sich hierbei nicht um das erste TITANIC-Titelbild, welches die Frage nach den Grenzen der Presse- und Meinungsfreiheit aufwirft, aber man kann wohl sagen, dass die Reaktionen auf dieses Titelbild heftiger sind als auf die meisten seiner Vorgänger.

WARNUNG! Wer nun auf „Weiterlesen“ klickt, wird mit dem Titelbild konfrontiert! Der Leser handelt auf eigene Verantwortung. FrankOli.de übernimmt keinerlei Haftung für eventuell auftretende gesundheitliche Probleme der Leserseele!

Titelbild der April-Ausgabe von TITANIC 2010Die katholische Nachrichten Website kath.net schreibt unter dem Titel „Wider die feigen Gotteslästerer„:

So viel Blasphemie gab es noch nie!

TITANIC wird als feige beschrieben, weil man nicht gleichzeitig über „die Mohammedaner“ lästert:

Warum dann nicht auch Mohammed im Sex mit einem Imam vereint – um sozusagen religiös ausgewogen zu diffamieren?

Warum sollte TITANIC das jetzt gerade tun? Momentan wird in den Medien doch hauptsächlich der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Institutionen christlicher Couleur diskutiert. Was da teilweise zu Tage kommt ist schlimm. Es herrscht ein gesellschaftlicher Konsens, dass der Schutz der körperlichen und seelischen Gesundheit von Kindern besonders wichtig ist – sowohl bei Christen als auch bei Moslems. Aber es ist nun mal Fakt, dass der Fokus zur Zeit auf Missbrauch durch kirchliche Würdentrager und / oder in kirchlichen Einrichtungen liegt. Warum sollte TITANIC dann – nur um der „Gerechtigkeit“ willen – auch auf muslimische Geistliche schimpfen?

Wer Zeit und Muse hat, kann sich auch mal die Kommentare zu dem oben verlinkten kath.net Artikel durchlesen. Diese geben – zusammen mit den Bewertungen der Kommentare – ein interessantes Bild der Nutzer von kath.net.

Auch auf Facebook gibt es mittlerweile Aktivitäten rund um das Titelbild, so kann man zum Beispiel der Gruppe „Wir unterstützen aufs Schärfste das aktuelle Titanic-Cover“ oder auch der Gruppe „Wir protestieren aufs Schärfste gegen das aktuelle Titanic Cover“ beitreten – nein, bei letzterer kann man das ja gar nicht. Da kann man nur eine Gruppenmitgliedschaft beantragen. Vermutlich muss man dazu ein kirchliches Führungszeugnis vorlegen…

Auf alle Fälle hat dieses Titelbild der TITANIC viel Publicity und sicherlich auch einen ganzen Haufen Backlinks auf ihre Website eingebracht.

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5 Kommentare

  1. Nun geht es in die nächste Runde. Der Staatsanwaltschaft Frankfurt liegen bereits 18 Anzeigen gegen TITANIC vor.
    Springers „Die Welt“ zitiert erstaunlicher Weise eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft: „Der öffentliche Frieden wird durch die Zeichnung nicht gestört, da dieser durch den Missbrauchsskandal bereits gestört worden ist“.
    Ob die Bild, das Fachblatt für Meinungsbildung, wohl die Füße stillhalten wird?

  2. Nein, Du irrst Dich bei „welcher sexuelle Handlungen an einem Kruzifix vornimmt“ – er nimmt sexuelle Handlungen an Jesus Christus vor – das ist der Punkt und zu recht der Aufreger der kath. Kirche – frage mich, warum da keine Reaktion von den anderen Kirchen kommt – aber eines weiss ich garantiert: Gottes Mühlen mahlen langsam.

  3. @schweppes: Das stimmt, bei dem Satz “welcher sexuelle Handlungen an einem Kruzifix vornimmt” irre ich mich. Ich hätte schreiben müssen “welcher sexuelle Handlungen an einem Kruzifix vorzunehmen scheint”.

    Was der abgebildete Geistliche meiner Meinung nach auf keinen Fall tut, ist sexuelle Handlungen an Jesus Christus vornehmen. Einige Details des Titelblattes legen nahe, dass die Handlung nicht zu Jesu Lebzeiten spielt.

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