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Qualitätsmedium schreibt über Twitter

Twitter – viele Nutzer, aber kein Gewinn?

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In den „Netz-Depeschen“ der Süddeutschen Zeitung habe ich heute einen Artikel über die Monetarisierung von Twitter gelesen.

Twitter hat mit 65 Millionen Benutzern zwar eine ziemlich große Nutzerbasis, aber immer noch kein tragfähiges Finanzierungskonzept. Der Betrieb der Infrastruktur dürfte ziemlich teuer sein und durch die – trotz anderslautender früherer Aussagen mittlerweile vorhandenen – Werbeeinblendungen wohl kaum finanzierbar sein. Man denkt bei Twitter seit einiger Zeit darüber nach die Benutzerdaten und Tweets, also die von den Anwendern geschriebenen Nachrichten, statistisch auszuwerten und dadurch Geld zu verdienen.

Wer die Entwicklung von Facebook und anderen geselligen Netzwerken über die letzten Jahre beobachtet hat, wird darüber wohl kaum verwundert sein. Herr Moorstedt aber kann den Inhalten auf Twitter scheinbar nicht viel abgewinnen:

In der vergangenen Woche scheint Twitter nun doch noch einen Weg gefunden zu haben, die Eitelkeits-Updates der User in für den Geschäftsbericht verwertbare Ziffern zu verwandeln.

Soso, die Eitelkeits-Updates. Schon witzig, wenn man bedenkt, dass ich seinen Artikel ohne den Eitelkeits-Update eines anderen Twitter-Nutzers nie gelesen hätte. Als einen Eitelkeits-Update hätte ich wohl eher seinen Netz-Depeschen-Artikel bezeichnet. Hat der Autor denn schon gemerkt, dass Twitter heute nicht mehr fragt „What are you doing?“ sondern „Was gibt’s Neues?“ – Twitter ist zu einem personalisierten Nachrichtenaggregator geworden.

Klar, den selbsternannten „Qualitätsmedien“ gefällt es nicht, dass die geselligen Netzwerke ihnen nach und nach den Rang als Nachrichtenkanal streitig machen, aber sie sollten sich daran gewöhnen, dass die Welt sich geändert hat, und die großen Nachrichtenagenturen und Redaktionen nun nicht mehr das Monopol auf Nachrichtenerstellung und Verbreitung haben.

So, und wer nun wissen will, was ich so twittere, der sei hiermit auf meine Eitelkeits-Updates verwiesen.

Ach ja, ein Tweet darf übrigens höchstens 140 Zeichen lang sein, und nicht wie in dem SZ-Artikel geschrieben 160. Twitter ist nix für Schwätzer.

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