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TMV 2. Tag (Oberbronn – Saverne)

Mit dem MTB über die Vogesen – Zweiter Teil

Zum ersten Teil (Wissembourg – Oberbronn)

Tourenplanung

Tourenplanung mit einer Strassenkarte

Das Frühstück im Kloster Oberbronn gab es nicht etwa um 5 Uhr morgens sondern erst zu moderaterer Zeit: Ab acht Uhr konnten wir über das Frühstücksbuffet herfallen. Manche von uns, ich will jetzt mal keine Namen nennen, waren etwas zu hungrig und futterten einer Gruppe slowakischer Schwestern, die sich nach dem Pfingstsonntagsgottesdienst wieder auf die lange Heimreise machen wollten, das Vesper für die Reise weg. Während dem Frühstück erfuhren wir auch, dass wir auf jeden Fall noch vor neun Uhr bezahlen müssen, da der Empfang danach wegen des Gotttesdienstes geschlossen ist.

2. Etappe: Oberbronn – Saverne

Oberbronn

Blick auf Oberbronn

Es wurde leider doch wieder halb zehn, bis wir das Kloster verlassen konnten – angesichts der langen Etappe nicht ganz ideal. Die TMV-Beschilderung leitet uns zunächst um Oberbronn herum, an dem Campingplatz vorbei der uns nicht aufnehmen wollte. Ab Zinswiller geht es leicht ansteigend auf einem Forstweg entlang der Zinsel du Nord Richtung Eselplatz. Besonders das Stück am Flüsschen entlang ist wirklich sehr schön. Nach ein wenig auf und ab über die Höhe führt der TMV zusammen mit dem GR53 hinab zur Pulverbrücke.

Eckart rockt den Trail

Eckart auf dem Trail Richtung Picardie

Danach schliesst sich ein eigentlich sehr schöner Trail bis Picardie an, leider bergauf. Der Anstieg von Picardie nach Lichtenberg ist geteert, aber sehr steil. Das Dorf Lichtenberg selbst hat einige sehenswerte Gebäude und eine Burg, die allerdings einige sehr moderne Erweiterungen aufweist. Das ganze Lichtenberg wirkte auf mich irgendwie nicht harmonisch.

Nach Lichtenberg führt der TMV abwechslungsreich über Straßen, Forstwege und Trails in stetigem auf und ab Richtung La Petite-Pierre, auf deutsch bekannt als Lützelstein. Waldstücke wechseln sich ab mit offener Landschaft. Plätze wie der Rocher du Ochsenstall bieten sich als Rastplatz an.

Lichtenberg

Lichtenberg

Das Städtchen la Petite Pierre überraschte uns etwas durch die Menge an anwesenden Menschen. Nach den vielen Kilometern in ziemlicher Einsamkeit ist das fast schon ein kleiner Schock.

Auf die Abfahrt von la Petite Pierre folgt noch einmal ein Anstieg von etwas mehr als 100 hm bevor es dann bis Dossenheim-sur-Zinsel überwiegend bergab geht. Das Höhenprofil in den TMV-Infoblättern suggeriert hier, dass man die letzten 15km bis Dossenheim gemütlich runterrollen kann. Dem ist leider nicht so. Kleine Gegenanstiege und der weiche Waldboden verhindern das rollen lassen ziemlich effektiv. In einer Hohlgasse war sogar bergabwärts kräftiges Treten angesagt. Und danach erstmal eine Fahrradwäsche.

Felsenwohnungen in Graufthal

Felsenwohnungen in Graufthal

Bei Graufthal erreicht man das Tal der südlichen Zinsel. Der Ort ist bekannt durch seine ziemlich einmaligen Felsenhäuser, welche noch bis 1958 bewohnt waren. Bevor man in Graufthal auf die D122 einbiegt, sollte man nochmal nach rechts oben schauen. Wir hätten das fast verpasst.

Kurz vor Dossenheim biegt der TMV scharf rechts ab und es folgt die letzte nennenswerte Steigung vor Saverne. Entlang des Frohnberges führt der Weg nun Richtung Chappelle Saint-Michel am Mont Saint-Michel. Die elsässische Michelskapelle ist allerdings wesentlich weniger besucht als das gleichnamige Weltkulturerbe in der Bretagne.

Da durch? Ist das tief?

Kleine Bachdurchfahrt

An dieser Stelle befindet man sich kurz vor Saverne. Es würde sich nun anbieten, dem GR531 (türkises Rechteck) nach Saverne zu folgen. Die Planer des TMV wollen dem MTB-Fahrer allerdings noch ein besonderes Schmankerl bieten und schicken uns in einem großen Bogen weit um Saverne herum. Zugegeben, das Stück am Rhein-Marne-Kanal entlang ist ganz nett, aber ansonsten ist diese Schleife nicht so effektiv. Kilometer hatten wir auch so schon genug. Zu allem Elend haben wir uns dann noch kurz vor Saverne an einer überraschenden Abzweigung des TMV verloren. Aber am Ziel, unserer Unterkunft bei Madame Morère, haben wir uns dann wieder getroffen und wurden jeder mit einem wohltemperierten Bier empfangen.

Kette verklemmt

Kette eingeklemmt

Mittlerweile war es bereits 20 Uhr, also war flugs Duschen angesagt und dann noch einen Happen essen, im Restaurant an der Schleuse von Saverne.

Technische Daten

  • Gefahrene Strecke: 86km
  • Anstiege: 1.300hm

GPX-Datei TMV zweiter Tag – Oberbronn – Saverne

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3 Kommentare

  1. hey frank,
    da hast du dir ja richtig arbeit gemacht.
    das ergebnis ist richtig klasse geworden.
    der dezente hinweis, dass wir den armen schwestern die wurst weggeputzt haben,
    war ja nur die vorübung für,s spätere cordon-bleu….
    war eine gelungene 3-tages-tour mit euch.
    grüsse rudi

  2. Danke für die Blumen.

    @Rudi: Das Cordon Bleu, hör mir bloß uff! Das war doch niemals von einem Kalb. So große Schnitzel gibt’s doch noch gar nicht an einem so kleinen Rindvieh!

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