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Die Wahl des Staatsoberhaupts und der Qualitätsjournalismus

Heute gibt’s statt Fussball-Langeweile mal einen Bundespräsidentenwahlkrimi in Berlin. Die Bundesversammlung tagt und der Qualitätsjournalismus versucht möglichst aktuelle Informationen zu veröffentlichen, natürlich gründlich recherchiert, man ist ja Qualitätsjournalist.

Bei der letzten Wahl des Bundespräsidenten ist das Ergebnis noch vor der öffentlichen Bekanntgabe auf Twitter veröffentlicht worden. Auch diesmal erwies sich Twitter als eine der schnellsten Nachrichtenquellen. Allerdings darf man natürlich nicht alles glauben, was da getwittert wird. Ist ja schliesslich kein Qualitätsjournalismus, das ist schon am Medium erkennbar.

So naiv sind Qualitätsjournalisten nicht, dass sie einem Twitterer wie Joachim Gauck auf den Leim gehen. Als hätte der Mann jetzt Nerven zum twittern. Nein, der Journalist der was auf sich hält der liest lieber den Twitter Stream von Schauspielerin Martina Gedeck, die als Wahlfrau für die Grünen in der Bundesversammlung sitzt. Da wird natürlich auch erstmal recherchiert und geprüft, ob das alles Hand und Fuß hat. Sieht aber alles gut aus: Wohnort, Biografie und Webadresse bei Twitter stimmen.

Und so ist es passiert, dass einige Qualitätsmedien schon während der Bundesversammlung neueste Informationen veröffentlichen konnten.

Was täten wir nur ohne den Qualitätsjournalismus? Da würden wir ja jedem Blogger und Twitterer auf den Leim gehen.

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1 Kommentar

  1. „Deutschland wählt sich einen Wulff!“
    So titelt die FTD. (schreibt die Welt)
    Es gab Zeiten, da hätte ich spontan gesagt, es handelte sich hierbei ganz klar um einen TAZ-Titel. 🙂

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