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Die Bahn erfolgreich im Kampf gegen Kunden

Robert © Stefan Wicklein

Die kundenfreundliche Bahn

Die Bahn – früher als Deutsche Bahn bekannt – zeigt sich derzeit vor allem in einem erfolgreich: Im Kampf gegen ihre Kunden. Fahrgäste, die bei Temperaturen jenseits der 50 Grad Marke in den Zügen kollabierten, sollten zunächst mit einem Gutschein für eine weitere Fahrt in der „Sauna“ ICE abgespeist werden.

Menschen über 55 empfiehlt Die Bahn pauschal eine Seite mit Infos zu barrierefreiem Reisen. Pech haben dagegen behinderte Menschen, die jünger als 55 sind und sich erdreisten zu unchristlicher Zeit mit der Bahn unterwegs zu sein. So erging es Robert Jentzsch, der zwar Dank seiner Freunde den Zug verlassen konnte, nicht jedoch den Bahnsteig, da der Aufzug defekt war. Eine unglaubliche Geschichte, aus welcher ich hier einen kleinen Abschnitt zitieren möchte:

Die freundliche Zugbegleiterin erteilte die Auskunft, dass erst ab 6.00 Uhr wieder jemand vom Servicepersonal des Dresdner Hauptbahnhofs im Dienst ist und machte sich auf den Heimweg. Die einzigen beiden Mitarbeiter der DB, die überhaupt noch auf dem Bahnhof auffindbar waren, zuckten ebenfalls nur mit den Achseln und konnten uns nicht helfen. Schnell verschwanden auch sie aus unserem Blickfeld.

So geschehen am Dresdner Hauptbahnhof um 23:30h, nachdem der Zug bereits mit einer Stunde Verspätung ankam.

Bahn gegen Bürger

geplante Lärmschutzwand

geplante Schallschutzmauer

Bereits seit mehreren Jahren kämpft die Bahn im Südwesten gegen die Bürger der Region (kleiner Hinweis: Das könnten u.U. auch potenzielle Bahnkunden sein). Die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel soll vierspurig ausgebaut werden, um neben der dann auf sechs Spuren ausgebauten Autobahn A5 den Transitverkehr zu unterstützen. Es geht hier also nicht um eine Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene, sondern um einen Ausbau der Transportkapazitäten. Um diese voraussichtlich 280 Güter- und 80 Personenzüge (lediglich im Fernverkehr, der Nahverkehr kommt da noch dazu) durch Offenburg zu schleusen, muss der bestehende Bahngraben verbreitert werden, was den Abriss von 25 Häusern zur Folge hätte. Um die Lärmbelastung der Anlieger zu verringern plant die Bahn außerdem die Errichtung von  Lärmschutzwänden im Stil der Berliner Mauer.

Und als gäbe es hier keinen Protest, als würde der Wille der betroffenen Bürger gar nichts zählen, hat Die Bahn nun eine Website zur Neubaustrecke eingerichtet, welche klar unter dem Motto Bahn gegen Bürger steht.

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