Artikelformat

ACTA-Gegner sind für Presse Raubkopierer

Toller Artikel heute in der Lokalpresse. Unter der Überschrift

Demonstrationen für ein freies Internet

hat das Offenburger Tageblatt einen Artikel über die gestrigen Proteste gegen das Handelsabkommen ACTA veröffentlicht. Fairerweise muss man dazu sagen, dass es sich um einen dpa-Artikel handelt. Darin wird die Motivation der Prostestierenden etwas vereinfacht zusammengefasst:

Kritiker sehen in dem Abkommen eine Einschränkung von Freiheitsrechten im Internet. Viele Nutzer haben zum Beispiel die Sorge, dass sie nicht mehr so leicht Filme oder Musik aus dem Internet herunterladen können, dass ihre Daten dabei an Dritte weitergegeben werden oder dass sie saftige Strafen zahlen müssen.

Nein, diese Sorgen treibt die wenigsten zu den Kundgebungen gegen ACTA. Speziell in Deutschland hätte ACTA auch keine unmittelbaren Verschärfungen aktueller Gesetze zur Folge, wie u.a. RA Stadler auch schon dargelegt hat. Das Kopieren von urheberrechtlich geschütztem Material ist auch heute schon großteils verboten und kann in „saftigen“ Strafzahlungen oder auch Freiheitsentzug enden.

Bei ACTA handelt es sich vielmehr um ein im stillen Kämmerlein ausgehandeltes Abkommen, das in undemokratischen Prozessen entstanden ist und einseitig die Rechteverwertungsindustrie – nicht unbedingt die Urheber – stärkt. Kritikpunkte an ACTA könnte man ganz einfach in der Wikipedia nachlesen. Oder auch auf dem oben bereits genanntem Blog internet-law.de, beim Verein Digitale Gesellschaft e.V und vielen weiteren Quellen.

Es wirkt nicht gerade neutral, solch einen Artikel abzudrucken, in dem die Protestierenden pauschal als Filmkopierer abgekanzelt werden und im Falles des Nichtzustandekommens von ACTA das Ende der „Entstehung kreativer Produkte“ heraufzubeschwören. Und habt Ihr, liebe Mittelbadische Presse, nicht auch die Sorge dass Ihr nach Unterzeichnung von ACTA nicht mehr so leicht Google Maps Bilder kopieren könnt? Wie neulich, als Ihr ein Google StreetView Bild aus Straßburg mit „Foto: Archiv“ untertitelt habt. Ja, ich meine dieses hier:

Wohnblock in der Rue d'Ypres in Straßburg

Quelle: Google Maps

Ähnliche Beiträge:

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.