Artikelformat

Haiti – Spenden, aber richtig

Dass Haiti von einem schweren Erdbeben der Stärke 7 heimgesucht wurde dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben. Wir alle haben furchtbare Bilder aus dem Inselstaat gesehen. Die Zerstörungen in und um die Hauptstadt Port-au-Prince sind enorm.

Um Haiti zu helfen wurden auch schnell Hilfsgelder bereitgestellt, alleine die Unterstützung durch die Europäische Kommission, die USA, die Weltbank und die BRD zusammen beläuft sich auf ca. 570 Millionen, also gut 15% des haitianischen Bruttoinlandsprodukts. Dazu kommen noch Spenden von zahllosen Prominenten, Sportvereinen und Privatpersonen:

Am 22. Januar wird der zweistündige Spendenmarathon «Hope for Haiti» live auf zahlreichen US-Sendern, darunter MTV, ABC, CBS, NBC, CNN, FOX und HBO ausgestrahlt. Hollywoodstar George Clooney moderiert aus Los Angeles, Hip-Hop-Musiker Wyclef Jean aus New York und CNN- Starreporter Anderson Cooper aus Haiti, berichtete People.com.

via greenpeace magazin: Prominente organisieren Hilfe für Haiti.

Gerade auch Wyclef Jeans Hilfsorganisation Yéle Haiti Foundation erhält derzeit einige Gelder aus diversen Quellen. Wird auch dieses Jahr ein gutes Drittel der eingenommenen Spenden direkt an Wyclef Jean gehen?

Es sieht außerdem so aus, als hätten viele Spender nichts aus der Tsunami-Katastrophe 2004 gelernt. Wieder werden Spenden an verantwortungsvolle Organisationen wie z.B. die „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) mit einem Vermerk à la „für Haiti“ oder „für die Erdbebenopfer in Haiti“ überwiesen. Diese Spenden dürfen von den Hilfsorganisationen für nichts anderes verwendet werden. Auch wenn ganz Haiti zum dritten Mal wieder neu aufgebaut ist, darf das Geld von MSF nicht da verwendet werden, wo es dringender gebraucht wird.

Warum wollen die Spender unbedingt vorgeben, welche Region der Erde das Geld am nötigsten braucht? Das können die „Ärzte ohne Grenzen“ weit besser beurteilen.

Ähnliche Beiträge:

  • Keine gefunden

1 Kommentar

  1. Ja und wie spendet man jetzt richtig?

    In Zeiten in denen „das Wort Peinlichkeit nicht mehr existiert. [..], in der Geiz, Gier und Peinlichkeit zu Großattributen geworden sind, was sich überall niederschlägt, im Fernsehen, im Stadtbild, im Umgang zwischen den Menschen“ ist es da nicht legitim, wenn der Spendensammler Gelder einbehält?
    Als Vermittlungsprovivion praktisch. Immerhin könnte man zynisch argumentieren, daß die Hälfte einer gesammelten Geldsumme X immer noch mehr ist, als gar keine gesammelte Geldmenge X. Aber natürlich haste Recht, wenn Du den „Verwendungszweck“ kritisierst. Die Vergangenheit hat außerdem gezeigt, daß Misstrauen angebracht ist. Sehr zum Leidwesen derer, die Kohle brauchen könnten.
    Siehe auch: Lügnerlink

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.