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Wenn Geschichte zurücktritt

„Es wird wie immer im Krieg sein. Am Ende werden wir einfach über euch drüber laufen!“
“England gegen Deutschland! Für diese Begegnung ist die WM doch gemacht.“ Zu diesen oder ähnlichen Aussagen ließen sich englische Fans vor dem Achtelfinalspiel der Fußballweltmeisterschaft 2010 hinreißen.

Man kennt hierzulande die Berichterstattung der englischen Presse nur zu gut. Allzugerne wird auf Vokabular zurückgegriffen, was dem eigentlich friedlich-sportlichen Fußballspiel einen militanten Stempel aufdrückt.
Außerdem glaubten die Engländer, schriebe ich im Stile der englischen Regenbogenpresse müsste ich freilich die vor allem älteren Semestern vertraute Vokabel„Tommys“ bemühen, bis vor einigen Jahren noch, sie wären 1966 Weltmeister geworden, weil sie im Endspiel in  Wembley die deutsche Auswahl mit 4:2 besiegten. Dem ist, wie mittlerweile alle wissen, nicht so. Das 3:2, das Wembley-Tor, war nie eines. Also hat Deutschland 1966 eigentlich 3:2 verloren. Weil wir aber faire Verlierer sind, haben wir die letzten 44 Jahre kaum ein Wort darüber verloren und die 4:2 Niederlage sofort  bedingungslos kapitul… Verzeihung!  akzeptiert.

Seit gestern, seit dem 27.Juni 2010, dieses Datum wird man sich gerne merken, sieht die Sache ein wenig anders, viele werden sagen besser, aus. 44 Jahre nach dem den Briten ein Tor zugesprochen wurde, dass bewiesenermaßen keins war (worauf jeder Deutsche mit dem Herz am rechten (?) Fleck, oder sagen wir besser mit dem Fußballherz an der dafür vorgesehenen Stelle, bei jeder sich bietenden Gelegenheit immer wieder vehement hingewiesen hat), sorgte der uruguayische Schieds­richter Jorge Larrionda (Bronzebüste für den Schlosspark von Bellevue ist bestellt  😉  ) schließlich für Gerechtigkeit, indem er einen englischen Treffer nicht gab und damit einen Ausgleich des Spielstandes verhinderte, was  nach Aussage diverser britischer Verantwortlicher mit ein Grund gewesen sein kann, warum die Engländer die Partie schließlich  mit 4:1 verloren hätten.

Fußballfreunde aus Deutschland waren indes verzückt über die nach 44 Jahren endlich erhaltene, ausgleichende Gerechtigkeit. „Quitt!“, könnte man angesichts dieser späten Genugtuung also sagen. Besonders die Tatsache außerdem noch mit 4:1 gewonnen zu haben, rundet die Sache natürlich ab. Außerdem sind wir selbstverständlich auch faire Gewinner und werden nicht weiter auf dem, na sagen wir mal Vorfall, rumreiten.

Unabhängig davon ist es übrigens sehr zweifelhaft, ob der Schuss von Lampard nun wirklich hinter der Linie aufsprang, wie dieses Foto eindrucksvoll beweist.  😉

Dieses bild beweist: Der Ball war zu keiner Zeit hinter der Linie. Pech gehabt, England!

Dieses Bild* beweist: Der Ball war zu keiner Zeit hinter der Linie. Pech gehabt, England!

*Bild wurde mir anonym zugespielt. Fotograf und „Bastler“ unbekannt.

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